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Der Ausdruck Memento mori (lat. ‚Sei dir der Sterblichkeit bewusst‘) entstammt dem mittelalterlichen Mönchslatein und ist ein Symbol der Vanitas (Vergänglichkeit alles Irdischen).

Memento mori bezieht sich nicht auf einen Toten- oder Ahnenkult. Auch beinhaltet es keinen Todeskult oder eine für die Romantik typische Ewigkeits­sehnsucht.

Gegen Ende des Karolinger­reiches, während des sogenannten „Dunklen Jahrhunderts“ 882–962, war das kirchliche Leben moralisch auf einen Tiefpunkt gesunken, und es hatten sich schwere Missstände entwickelt. In einer Gegenbewegung zu Beginn des Hochmittelalters führte vor allem die Cluniazensische Reform zu einer gesteigerten Askese und Reinigung von allem Weltlichen innerhalb der Kirche, insbesondere in den Klöstern. Um die 150 Reformklöster wurden damals allein in Deutschland gegründet (europaweit waren es um die 2000). Zentral war dabei vor allem der Gedanke der Vanitas, aus dem zwangsläufig gefolgert wurde, es sei im Leben am wichtigsten, sich auf den Tod vorzubereiten und auf das darauf folgende Letzte Gericht, um so das eigene Seelenheil zu gewährleisten.

Das katastrophale epidemische Auftreten der Pest in Europa ab Mitte des 14. Jahrhunderts führte erneut zu einer Verstärkung des Memento-mori-Gedankens. Man findet vor allem an und in Kirchen- und Klosterbauten jener Zeit eine auffallend häufige Darstellung des Memento mori in diesem Zusammenhang.

Der Vanitas-Begriff geriet in der Moderne weitgehend in Vergessenheit, heute kennt auch das Bildungsbürgertum ihn kaum noch (bzw. rezipiert nur den Bedeutungsteil 'Eitelkeit', wohl beeinflusst durch das englische Wort 'vanity'). In der Volksfrömmigkeit des 17. bis 19. Jahrhunderts vergegenwärtigten gegenständliche Darstellungen wie das Betrachtungssärglein (kleiner miniaturisierter Sarg, der den Betrachter an die eigene Vergänglichkeit erinnern soll) das memento mori in handgreiflicher Weise. Auch finden sich immer wieder kleine geschnitzte Totenschädel, die ebenfalls die Vergänglichkeit alles Irdischen anmahnen.

Ein alter Rosenkranz, verziert mit geschnitzten Holztotenköpfen

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Memento_mori