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Charivari - geschichtliches

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Das Charivari (gesprochen Schariwari) ist ein alpenländischer, hauptsächlich in Altbayern und im Salzburger Land getragener Trachtenschmuck für Männer und Frauen.
Das Wort Charivari geht zurück auf das lateinische 'Caribaria', was so viel wie 'Durcheinander' oder 'Verrücktheit' bedeutet. Genau das zeichnet ein schönes Charivari aus.
 

Eine der gängigsten Theorien zur Entstehungsgeschichte ist, dass es sich am Anfang um eine Kette gehandelt haben soll, an der man in früheren Zeiten seine Taschenuhr befestigt hat.
Nach und nach soll es im Ostalpenraum Mode geworden sein, diese Uhrenkette mit kleinen Jagdtrophäen zu verzieren, um seinen Stand kundzutun und vielleicht auch etwas zu protzen. Irgendwann wurde es dann an der Uhrenkette zu voll, und um zusätzlichen Platz zu schaffen entstand wohl das Charivari wie wir es heute kennen. Eine mehr oder minder massive Silberkette die über dem Hosentürl der Lederhosn getragen wird, und sowohl einreihig als auch mehrreihig angebracht werden kann.

Als Anhänger dienen Jagdtrophäen wie 'Kümmerer' (verkümmerte Geweihspitzen von Rehen oder Hirschen) oder Wildschweinhauer, Glücksbringer wie Hasenpfoten, Potenzförderer wie Marderpenisknochen oder Finanzreserven wie Firmtaler oder Münzen. Auch Edelsteine und Silberanhänger sind beliebte Charivarianhänger. Erlaubt sind aber letztlich Erinnerungsstücke aller Art, die sich an einer Silberkette befestigen lassen. Ein Charivari sollte mit einer ungeraden Anzahl an Anhängern bestückt werden, denn gerade Zahlen bringen Unglück, so sagt man.
Verkauft sollte ein altes Charivari nach wie vor nicht werden, sondern wenn dann verschenkt oder vererbt, so dass er auch gerne mal über mehrere Generationen in einer Familie verbleibt und wächst.

Auch als Dirndlschmuck setzt sich das Charivari als Accessoire inzwischen immer mehr durch. Dabei ist die Kette meist ein wenig filigraner als bei den Mannsbildern und wird ebenfalls mit kleinen Anhängern und Talismanen - ähnlich einem Bettelarmband – verziert. Rockstecker werden ebenfalls als Schmuck zum Dirndl getragen. Das Dirndlmieder oder Dirndlgschnür ist oftmals vor allem mit Münzanhängern geschmückt.

Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ließ die Lust an Charivaris nach. Jetzt mit der Renaissance der Tracht (auch im Umfeld des Münchner Oktoberfests) und bei vielen anderen Anlässen, zu denen Tracht getragen wird (Maifeiern, Hochzeiten, Umzüge, Herbstfeste), etabliert sich dieser Traditionsschmuck zusehends als 'Grundausstattung' zu einer zünftigen Tracht.

Charivariketten und Charivari-Anhänger (besonders auch Münzanhänger) haben auch eine lange Tradition als Geschenk und Glücksbringer zum Geburtstag, zur Kommunion oder zur Firmung.

 

 

 

 

 

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